Klaus Storm mit Bürgermedaille geehrt

Nach der Ehrung im Kreise seiner Familie: Dietlind Storm, Klaus jun., Katharina, Thomas, Klaus Storm sen. und Bürgermeister Karl Wellenhofer (von links).

Laudatio durch Bürgermeister Wellenhofer – Gäste aus Tschechien unter den Gratulanten

Zu einer Sondersitzung traf sich am Dienstagabend im Klosterbräustüberl der Marktgemeinderat, um Apotheker Klaus Storm zu würdigen. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter auch einer Delegation aus Vimperk in Tschechien, erhielt er in Würdigung seiner Verdienste im Ehrenamt die Bürgermedaille des Marktes.

Eine festliche Note erhielt der Abend auch durch die Mitwirkung eines jungen Streichquartetts vom Burkhart-Gymnasium. Larissa Berger, Annie Lemire, Lucia Berr und Virginia Diegritz eröffneten mit „The Minstrel Boy". Bürgermeister Wellenhofer freute sich, dass neben Mallersdorfer Honoratioren auch die Bürgermeisterin der Stadt Vimperk, Jaroslava Martanova, Ingenieur Michal Valenta und Ingenieur Milan Skolek vom Partnerverein der ArGe Naherholung im Böhmerwald, dem Verein für den Schutz der Sumava-Natur in Vimperk, der Versammlung die Ehre erwiesen.

Karl Wellenhofer: Eine eindrucksvolle Vita

Nach einem weiteren Musikstück des Streichquartetts folgte die Laudatio von Bürgermeister Wellenhofer. Er erinnerte an die Einführung dieser Bürgermedaille durch Altbürgermeister Norbert Bauer im Jahre 1999 und rief die bisherigen Träger dieser Auszeichnung in Erinnerung. Er zitierte Johann Wolfgang von Goethe mit den Worten „Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich". In der Folge zeigte er die eindrucksvolle Vita von Klaus Storm auf, der 1939 in Reichenberg im Sudetenland geboren wurde und 1945 zusammen mit seinen Eltern im Zuge der Vertreibung aus der Heimat ausgewiesen wurde. Nach Volksschule und Gymnasium folgte das Studium der Pharmazie. 1967 heiratete er Dietlind Franke und 1968 übernahm er die Landgerichtsapotheke in Mallersdorf.

Angekommen in seiner neuen Heimat hat Storm mit Fleiß und Begabung seine ihm gebotenen Chancen sowohl beruflich als auch privat genutzt. Schon bald übernahm er Verantwortung beim TV Mallersdorf. Zunächst fungierte er als Übungsleiter Turnen und der Skigymnastik und wurde bald darauf Leiter der neuen Skiabteilung. Wellenhofer erinnerte mit einigen persönlichen Anmerkungen an diese Zeit, in der er Storm als guten Skifahrer kennenlernte.

„Klaus Storm setzte beim MC neue Akzente"

1970 übernahm Storm Verantwortung und Vorsitz beim MC Labertal. 20 Jahre führte er den Club und setzte neue Akzente sowohl im motorsportlichen Sektor als auch im gesellschaftlichen Leben. Beim Roten Kreuz war er Ansprechpartner für die medizinische Ausstattung und Referent bzw. Mitglied der Ortsgruppe sowie beim Kreisverband Straubing-Bogen. Scherzhaft merkte Wellenhofer an, dass im Juli 1973 neben Thomas, Klaus und Katharina ein „4. Kind" geboren wurde, nämlich die Arbeitsgemeinschaft Naherholung Mittleres Labertal. Storm war schon bei der „Taufe" dabei und war zunächst Beiratsvorsitzender und seit 1988 Vorsitzender.

Die ArGe, so der Redner, wurde für Klaus eine Art neue Lebensaufgabe. Er gab den Menschen der Region etwas zurück und setzte sich nicht nur für ein gutes Miteinander ein, sondern auch für eine gute Lebensqualität im Labertal. 1991 hat Klaus Storm auch in seine alte Heimat eine Brücke gebaut, nämlich mit der Begründung einer Partnerschaft mit dem Verein zum Schutze der Natur im Nationalpark Sumava im Böhmerwald. Seither fanden viele Begegnungen und Exkursionen statt und der Redner betonte, dass Storm in diese Beziehung viel Herzblut mit einbringt.

Ein großes Engagement zeigt Storm seit über 30 Jahren auch bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Er leitet seit einiger Zeit die Ortsgruppe, die sich neuerdings „Sudetendeutsche im Labertal" nennt. Storm engagiert sich auch im Hauptausschuss der Euregio und arbeitete im Sudetendeutschen Museums- und Archivverein mit. Ein Anliegen bedeutete es für ihn, im Elternbeirat der Grund- und Mittelschule und später am Burkhartgymnasium mitzuarbeiten. Er war dort auch Elternbeiratsvorsitzender, im Gymnasium bemerkenswerte 15 Jahre.

Unzählige Vorträge und Fortbildungen gehalten

Unzählige Vorträge und wissenschaftliche Fortbildungen hat Storm zu pharmazeutischen Themen abgehalten. Er brachte sich nicht nur im „Biburger Kreis" für Apotheker und Ärzte mit ein, sondern auch in der Bayerischen Apothekenkammer. Auch die Leitung des örtlichen Agenda-Arbeitskreises „Gesundheit und Sport" bedeutet ihm viel.

Bei der Sängerschaft der Markomannen ist er Altherren-Vorsitzender. Am Ende listete Wellenhofer die vielen Auszeichnungen auf, die Storm erhalten hat und betonte: „Seine Motivation kommt aus den Herzen."

„Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut"

Es folgte die offizielle Abstimmung und einstimmig billigte der Marktgemeinderat an diesem Abend die Verleihung der Bürgermedaille an Apotheker Klaus Storm für dessen hervorragende und vielseitige Verdienste um Mallersdorf-Pfaffenberg. Unter großem Beifall der Ehrengäste überreichte Bürgermeister Wellenhofer die Bürgermedaille samt Ehrenurkunde.

Nach einem weiteren musikalischen Beitrag der Musikerinnen dankte Klaus Storm mit einem Zitat des früheren Kaisers Franz Josef in Bad Ischl: „Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut." Er stellte fest: „Mit dieser Ehrung bin ich nicht allein gemeint. Sie betrifft gleichermaßen meine Mitstreiter in den langen Jahren unseres Engagements für die Menschen und die Natur im Labertal, definiert also Verpflichtung und Einsatz als soziales Engagement und zum anderen Anstrengung für die Gemeinschaft." Es waren und sind nicht wenige, die diese Verpflichtung mitgetragen haben, sagte er abschließend und meinte zudem sichtlich gerührt „Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit".

„Über Ländergrenzen hinweg verdient gemacht"

Jaroslava Martanova, die Bürgermeisterin der Stadt Vimperk, hob die innige Freundschaft hervor, die zwischen der ArGe Naherholung mit Vorsitzendem Storm und dem Verein für den Schutz der Sumava-Natur entstanden ist. Sie gratulierte Storm, der sich um die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Organisationen über Ländergrenzen hinweg verdient gemacht hat, gleichfalls zur Bürgermedaille.

Aus den Händen von Bürgermeister Karl Wellenhofer erhielt die Ehefrau von Klaus Storm, Dietlind, einen großen Blumenstrauß für deren Verständnis für die zahlreichen Ehrenämter, die Tausende von Stunden verschlungen haben. Den Valentinstag nahm der Bürgermeister zudem zum Anlass, jeder anwesenden Dame eine Rose zu überreichen.

Auch Gäste aus Tschechien erwiesen Klaus Storm die Ehre und gratulierten; (von links) Bürgermeister Wellenhofer, Bürgermeisterin Martanova, Klaus Storm, Milan Skolek und Michal Valenta.