Geschichte des Marktes

Die beiden Orte Mallersdorf und Pfaffenberg gehörten in der Zeit der Karolinger zum großen Donaugau. Als dieser Gau wegen seiner Größe geteilt und die Gebiete nördlich der Donau, östlich der Aitrach und südlich der Laber abgetrennt wurden, kamen Mallersdorf und Pfaffenberg zur Gaugrafschaft Kirchberg. Nach dem Aussterben des Grafengeschlechts der Kirchberger übernahmen die Wittelsbacher ihr Erbe; unser Gebiet wurde herzoglicher Besitz.

 

Im Jahre 973 schenkte Kaiser Otto I., der Große, sein königliches Gut in Lindhart an das adelige Damenstift Niedermünster in Regensburg, das sich zur Verwaltung der Besitzungen in Niederlindhart eine Propstei einrichtete. Auf dem zu diesem Besitz gehörigen Johannesberg über dem Tal der kleinen Laber ließ die Äbtissin von Niedermünster neben die Johanneskirche ein Schloss erbauen, dessen Schutz sie den Grafen von Kirchberg übertrug. Graf Heinrich von Kirchberg und sein Sohn Ernst wandelten im Jahre 1109 dieses Schloss "Madilhardisdorf" um in ein Kloster, für das sie mit der Beihilfe des Hl. Bischofs Otto von Bamberg sechs Mönche aus der Benediktinerabtei St. Michael in Bamberg gewinnen konnten. Der erste Abt Burkhart und seine Nachfolger Eppo und Emiche werden im Benediktinerorden als Selige verehrt.

 

Das Kloster Mallersdof gehörte zu den kleineren unter den bayerischen Benediktinerabteien. Aber es hatte, besonders im 17. und 18. Jahrhundert einen guten Ruf wegen seiner tüchtigen und gelehrten Mönche, deren Bibliothek schon Aventinus rühmte als eine "sedes sapientiae" (Sitz der Weisheit). In Mallersdorfer Lateinschulen erhielten viele begabte Kinder unseres niederbayerischen Bauernlandes - oft unentgeltlich - Bildung und Erziehung. Fast 700 Jahre lang, von 1109 bis 1803, dienten die Söhne des Hl. Benedikt auf dem Johannesberg in Mallersdorf der Verherrlichung Gottes und dem Wohl des Volkes war ihr Kloster eine gesegnete Pflegestätte christlicher Kultur. Durch die Säkularisation des Jahres 1803 fand dies alles ein jähes Ende: Das Kloster wurde aufgehoben, sein Besitz versteigert und die Klostergebäude zweckentfremdet zu einer Land- und Bierwirtschaft umgewandelt. In einem Teil der Klosterräume wurden die staatlichen Ämter untergebracht - Bezirksamt, Rentamt, Amtsgericht und Gefängnis. Seit dem Jahr 1869 ist die ehemalige Benediktinerabtei wieder Heimatstätte für eine klösterliche Gemeinde - als Mutterhaus der "Armen Franziskanerinnen von der Hl. Familie", genannt "Mallersdorfer Schwestern".

 

Die Gründung des Ortes Pfaffenberg reicht bis in das Jahr 1100 zurück. In einem Schutzbrief des Papstes Eugen des Dritten vom 30.12.1145 wird schon unter den Domkapitelschen Kirchen auch Pfaffenberg genannt. Sein Wappen bekam Pfaffenberg am 22.10.1585 von Herzog Albrecht verliehen. Eines der ältesten Gebäude des Marktes Pfaffenberg ist der Zollhof, dessen Entstehung mit der Gründung des Marktes zusammenfällt. Anfangs diente er als Zollhofgebäude, wurde dann aber wohl ein Kloster oder Edelsitz bis er im 17. Jahrhundert in Privatbesitz überging.

 

Seit seinem Umbau um das Jahr 1720 ist er auch noch heute zu bewundern. Das seit 1429 in Kirchberg bestehende Landgericht verlegte am 9.8.1805 seinen Gerichtssitz von Pfaffenberg nach Mallersdorf. Am 24.06.1840 wurde das Gericht Pfaffenberg Innengericht Mallersdorf umbenannt. Nachdem 1848 noch die herrschaftlichen Gerichte Zaitzkofen und Sünching einverleibt worden waren, pflichtete man 1862 neben dem Landgericht als Verwaltungsbehörde das Bezirksamt Mallersdorf ein. Die Umbenennung des Bezirksamts Mallersdorf in Landratsamt Mallersdorf erfolgte 1938.

 

In dem Auf und Ab der Jahrhunderte waren es stets Bürger- und Bauernfleiß, die den Orten Mallersdorf und Pfaffenberg zu ihrem Wohlstand verholfen haben. Auch in kulturelle Hinsicht haben sich die Märkte in den letzten Jahren weiterentwickelt.

 

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden 1972 die Orte Mallersdorf, Pfaffenberg, Holztraubach, Ascholtshausen, Oberellenbach und Oberlindhart zu dem Markt Mallersdorf-Pfaffenberg zusammengeschlossen. Durch den Abschluss der Gemeindegebietsreform am 1.1.1978 kamen noch die drei Gemeinden Niederlindhart, Oberhaselbach und Upfkofen dazu.

 

Durch eine vorausschauende Politik ist es dem Marktgemeinderat in der Vergangenheit gelungen, immer wieder neue Baugebiete auszuweisen und so die Basis für eine positive Weiterentwicklung zu legen. Mallersdorf-Pfaffenberg ist die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Straubing-Bogen.