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Zwi­schen­be­richt zur Kom­mu­na­len Wär­me­pla­nung in Mal­lers­dorf-Pfaf­fen­berg; Datum De­zem­ber 2025

In der Sitzung des Marktgemeinderates am 18.11.2025 wurde der Zwischenbericht über die Kommunale Wärmeplanung Mallersdorf-Pfaffenberg im Öffentlichen Teil der Sitzung vorgestellt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten die Sitzung besuchen und sich über den Zwischenbericht informieren.

 

Aktueller Stand der kommunalen Wärmeplanung

Im Rahmen der Durchführung einer umfassenden kommunalen Wärmeplanung für die Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg erfolgt die Erstellung eines Wärmeplans sowie eine wärmetechnische Visualisierung wichtiger Kennzahlen im Geoinformationssystem (GIS) der Marktgemeinde. Kürzlich wurde der Zwischenbericht verfasst, der einen ersten Überblick über die energetische Struktur der Kommune liefert. Wichtige Inhalte dabei sind z.B. die Erfassung des aktuellen Gebäudebestandes, bestehende Wärmenetze, Durchsicht vorliegender Energiekonzepte, Solarpotenzial, Biomassepotenzial, Wärmeverteilung sowie eine erste Abschätzung der Heizsysteme innerhalb der Kommune. Es wird der „Ist – Zustand“ der Marktgemeinde analysiert und dokumentiert.

 

Abbildung 1: Wohngebäudebestand - Baualtersklassen

Abbildung 1 beinhaltet eine grafische Visualisierung, die in dieser Form im GIS – System der Kommune hinterlegt ist. Diese bezieht sich auf die Baualtersklassen der vorhandenen Bestandsgebäude. Die Gebäude wurden dabei vor 1977 (rot), zwischen 1977 bis 2002 (gelb) sowie nach 2002 (grün) gebaut.

 

Abbildung 2: Gebäudebestand - Gebäudenutzung

Ein weiterer Bestandteil ist die Feststellung der jeweiligen Gebäudenutzung (Abbildung 2). Differenziert wird dabei zwischen Einfamilienhäusern (rot), öffentlichen und Bildungsbauten (rosa) sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (lila) etc. Diese Vorgehensweise wird als „Bestandsanalyse“ bezeichnet und ist verpflichtender Bestandteil jeder kommunalen Wärmeplanung.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist eine erste Analyse vorhandener Potenziale. Dabei werden Datenquellen verwendet wie z.B. der Energieatlas Bayern, Umweltatlas Bayern oder bereits vorliegende Energiegutachten. Diese Quellen beinhalten wichtige Informationen in Bezug auf vorhandene Potenziale wie beispielsweise oberflächennahe Geothermie, Biogaspotenzial, Wärmebedarfsdichte etc. Untersucht werden dabei nicht nur die Gemeindekerne selber, sondern auch die umliegenden Ortsteile.

 

Abbildung 3: Ausschnitt - GIS

Ein Ausschnitt aus dem GIS – System der Marktgemeinde ist in Abbildung 3 ersichtlich. Die farbig markierten Flächen stellen dabei die Gebiete innerhalb der Kommune dar, welche bei der kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt werden. Auf Basis der definierten Flächen werden anschließend die Potenzialauswertungen erstellt. Wichtig dabei ist beispielsweise das Sanierungspotenzial innerhalb dieser Gebiete. Grundlage hierfür sind die Baualtersklasse der Bestandsobjekte sowie die Wärmedichte.

 

Abbildung 4: Sanierungspotenzial

Die Nutzwärmereduktion durch eine Gebäudesanierung kann grafisch dargestellt werden (Abbildung 4). Dabei entsprechen hellrosa Flächen einer Reduktion von 4–6 % und dunkelrosa Flächen einer Reduktion von 10–12 %. Mithilfe der Untersuchung dieser Potenziale kann eine erste Abschätzung getroffen werden, wo sich künftig Veränderungen ergeben könnten. Die genannten Beispiele sollen einen ersten Eindruck davon vermitteln, was im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung untersucht wird und wie diese Ergebnisse anschließend bewertet bzw. visualisiert werden. 

 

Nach der Fertigstellung des Zwischenberichts erfolgt die Erstellung des Endberichts. Dieser beinhaltet weitere Angaben, insbesondere zur Entwicklung von Zielszenarien.

 

Hinweis: Durch die Erstellung dieser Wärmeplanung wird keine Bürgerin und kein Bürger verpflichtet, Sanierungsmaßnahmen oder Ähnliches an dem jeweiligen privaten Gebäude durchzuführen. Dieser Wärmeplan liefert lediglich einen Überblick darüber, wo in Zukunft wärmetechnische Änderungen vorgenommen werden könnten und wo diese sinnvoll wären.

 

Start­schuss für die kom­mu­na­le Wär­me­pla­nung in Mal­lers­dorf-Pfaf­fen­berg ge­fal­len; Datum er­gän­zen Mai 2025

 

Der Markt Mallersdorf-Pfaffenberg hat begonnen, die Weichen für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung zu stellen. Mit dem offiziellen Start der wegweisenden kommunalen Wärmeplanung hat der Markt einen wichtigen Schritt in Richtung Energiewende getan. Ziel ist es, eine Versorgung zu entwickeln, die sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich ist – für alle: private Haushalte, Unternehmen und kommunale Einrichtungen.

Die „Wärme- oder Heizungswende“ steht derzeit im Fokus vieler Diskussionen. Die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Planungsgrundlage für die Wärmewende. Ziel ist die Ausarbeitung einer Strategie für einen klimaneutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2045, wie es das Wärmeplanungsgesetz vorsieht. 

Aus diesen Gründen hat der Markt Mallersdorf Pfaffenberg beschlossen, im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, zusammen mit der Kundoplan GmbH & Co. KG als Hauptauftragnehmer eine kommunale Wärmeplanung zu entwickeln.

Am 23.04.2025 fand der offizielle Kick-Off-Termin für das Projekt statt. In den nächsten Monaten werden dabei die wesentlichen Stellschrauben für die zukünftige Wärmeversorgung untersucht. Der Fokus liegt zum einen auf der Frage, wie der Wärmebedarf der Gebäude in Mallersdorf-Pfaffenberg reduziert werden kann und zum anderen, wie der verbleibende Wärmebedarf auf klimaneutrale Weise gedeckt werden kann.

 

Angaben zum Vorhaben
 

Titel und Förderkennzeichen:
KSI: Kommunale Wärmeplanung für den Markt Mallersdorf-Pfaffenberg (67K28671)

Laufzeit:
Die Förderphase läuft von 01.10.2024 bis 30.09.2025, Verlängerung beantragt bis 31.12.2025.

Fördergeber:
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Projektträgerschaft:
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH

Projektbeteiligte: 
Kundoplan GmbH & Co. KG, netCADservice GmbH (Software) und die RIWA GmbH (GIS)

 

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

 

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

 

 

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